Niederfrequente elektrische Wechselfelder
 

Als Verursacher für elektrische Wechselfelder kommen elektrische Installationen in der Wand, Decke oder Fußboden in Frage. Diese können auch aus Nachbarräumen oder Nachbargebäuden auf den liegenden Körper einwirken. Im Einzelnen können dies Leitungen zu Steckdosen, Lampen, Schaltern oder auch Gerätezuleitungen sein, wenn sie an Steckdosen angeschlossen sind, sowie Haushalts- und Arbeitsgeräte, Maschinen, Beleuchtungsanlagen, Transformatoren, Hoch- und Niederspannungsleitungen, Telefonleitungen, Bahnstörungen, Schwachstromanlagen etc.

Meßvorgang 1: Messung der Feldstärke

Gemessen wird die Feldstärke des elektrischen Wechselfeldes in V/m auf bzw. über der Bettfläche, dem Arbeitsplatz oder einem x-beliebig festzulegenden Meßpunkt.
Messgerät: EMF-3D, dreidimensionales isotropes Messgerät zur potentialfreien Messung der elektrischen Feldstärke
Hersteller: ROM-Elektronik
Frequenz: 30 Hz - 2000 Hz
Darstellung: ein- und dreidimensional
Linearität: über gesamten Messumfang

EMF-Messung

 

Meßvorgang 2:
Messung der Körperankopplung an das elektrische Wechselfeld auf der Liegefläche

Die Bedingungen sollen so sein wie in der Nacht, d.h., daß kein Stromverbraucher eingeschaltet ist. Bei Dunkelheit wird die Messung mit der Taschenlampe durchgeführt (Erdung an Steckdose oder Heizkörper nach Überprüfung des Potentialausgleichs).
Messbezeichnung: kapazitive Ankopplung. Messung mit Handsonde, Multimeter Tektronix TX 1 Messbereich: 10 - 1.000.000 mV

Messung der Körperankopplung

 

Dokumentation:

Die am Messort (z.B. Schlafplatz 1) gemessenen Werte werden folgendermaßen dokumentiert:
a) Messung der Feldstärke des elektrischen Wechselfeldes auf und um die Bettfläche an 6 Messpunkten aus Messvorgang 1 nach Abschalten der störenden Stromkreise.
b) Ankopplung des Körpers an das elektrische Wechselfeld auf der Bettfläche in mV aus Messvorgang 2 vor und nach Abschalten der störenden Stromkreise.

 

Mögliche Abschirmmaßnahmen:

Nach Durchführung einer qualifizierten Messung, die jeder gezielten und sinnvollen Abschirmmaßnahme vorausgehen sollte, können die elektrischenWechselfelder folgendermaßen abgeschirmt bzw ausgeschltet werden:

  • Einbau eines Netzfreischletrs in den betroffenen Stromkreis

  • Flächenabschirmung mit Einbau in den Potentialausgleich

  • Phasenkompensation

 

 

Baubiologische Richtwerte für niederfrequente elektrische Wechselfelder

 

extreme Anomalie

starke Anomalie

schwache Anomalie

keine Anomalie

Feldstärke in Volt
pro Meter V/m

> 50

5-50

1-5

< 1

Körperankopplung
in Millivolt mV

> 1.000

100-1.000

10-100

< 10

Auswertung und baubiologische Empfehlungen

Extreme Anomalien bedürfen konsequenter und kurzfristiger Sanierung. Hier werden schon internationale Grenzwerte und Empfehlungen für Arbeitsplätze erreicht oder überschritten.

Starke Anomalien sind aus baubiologischer Sicht nicht mehr zu akzeptieren. Deshalb besteht Handlungsbedarf, und Sanierungen sollten nach Angabe zügig durchgeführt werden.

Schwache Anomalie heißt: Im Sinne einer Vorsorge und mit Rücksicht auf empfindliche und kranke Menschen sollten langfristig Sanierungen durchgeführt werden, wann immer es geht.

Keine Anomalie entspricht natürlichen Umweltmaßstäben oder dem oft anzutreffenden und nahezu unausweichlichen Mindestmaß zivilisatorischer Einflüsse.